Hürlimann D100, 1948

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  • #23718

    Hallo Hürlimann-Freunde

    Letzten Winter befasste ich mich mit dem Getriebe und der Bremsanlage vom Hürlimann D100. Der Traktor hatte an praktisch jeder Dichtfläche vom Getriebegehäuse erheblichen Oelverlust, somit liess auch die Wirkung der Bremsanlage zu wünschen übrig. Mir ist ein Rätsel, wie der Hürlimann die letzte MFK so bestehen konnte.
    Bei der Demontage des Lenkstockgehäuses/Getriebedeckel ist mir auf den ersten Blick nicht viel negatives aufgefallen. Doch bei der weiteren Zerlegung bemerkte ich zum Teil erhebliche Korrosion an den Wälzlagern. Somit habe ich auch dieses Hürlimann-Getriebe komplett zerlegt und bin dabei auf weitere Mängel gestossen. Die Getriebe-Eingangswelle war wiederum wie beim letzten Projekt an der Kupplungsverzahnung stark eingelaufen und von der Verzahnung an der Kupplunsscheibe war nur noch ein Hauch übrig. Auch das Profil an der Zapfwelle hat durch den dauerhaften Betrieb einer Plughebevorrichtung sehr gelitten. Das Zahnrad auf der Vorgelegewelle wo der 2. Gang und die Zapfwelle antreibt, wies einen fast komplett abgebrochenen Zahn auf.
    Somit ersetzte ich alle drei Wellen und die Kupplungsscheibe, welche ich anderen Schlachttraktoren entnahm. Auch praktisch alle Lager ersetzte ich durch Neue. Das doppelte Kegelrollenlager fand sich aber bei keinem Lagerhersteller mehr. Ich fand bei Timken ein einfaches, zölliges Lager, das durch Nachbearbeiten vom Getriebegehäuse und Schneckenwelle paarweise montiert hätte werden können. Ich habe mich aber dann entschieden ein intaktes, occasion Lager aus einem Schlachtgetriebe zu verbauen.
    Auch ein grosser Teil der Bremsanlage entnahm ich einer Hinterachse von einem anderen D100 mit sehr viel weniger Verschleiss. Die Bremsbacken liess ich wiederum auf Übermass belegen um sie anschliessend am Traktor mit Hilfe des Bremsprofessors auf das erforderliche Mass abzudrehen.

    Fortsetzung folgt…

    Gruss Daniel

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    #23725

    Der Zusammenbau vom Getriebe/Hinterachse

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    #24023
    Christian AffolterChristian Flagge Lobsigen
    Teilnehmer

    Hallo Daniel
    Tolle Arbeit. Ich habe das doppelte Kegelrollenlager auch schon öfter und bei diversen Hersteller gesucht jedoch ohne erfolg.Weis jemand im Forum ob es irgendwo noch Lager zu kaufen gibt?
    Gruss und danke christian

    #24155

    Guten Abend Hürlimann-Freunde

    Im Frühjahr zerlegte ich am D100 die komplette Vorderachse. Der Zentralbolzen und die dazugehörenden Messingbuchsen liess ich neu anfertigen. Eine Felge war defekt und wurde von mir ersetzt. Auch die Radlager und die Axiallager der Achsschenkel erneuerte ich. Umlenkhebel und Spurstangen spendete wiederum ein Schlachttraktor.
    Anschliessend wurden die verschiedenen Baugruppen wieder vereint. Auch ein grosser Teil der Diesel und Oelleitungen fertigte ich neu an. Auch erhielt der Traktor eine komplett neue Verkabelung. Das Gasgestänge wure von mir auch neu hergestellt sowie auch viele andere Kleinteile.
    Bis zum Sommer war der Hürlimann wieder fahrbar und ich besuchte, noch ohne die hinteren Kotflügel zwei Oldtimertreffen im Juli und August.

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    #24162

    Die Kotflügel waren im hinteren Teil ziemlich verformt und wurden früher mal zweckmässig repariert. Auch wurden viele Löcher reingebohrt für diverse Halterungen von Leichtverdeck und Arbeitscheinwerfer.
    Die Reparaturarbeiten der Kotflügel erledigte ein Kollege für mich, der mit dünnem Blech sehr viel besser umgehen kann als ich. Er hat die Schadstellen grosszügig ausgeschnitten und neue Reparaturbleche sehr exakt eingeschweisst, vielen Dank für die tolle Arbeit!!
    Für eine saubere Kabelführung der Blink und Rücklichter schweisste ich rostfreie Hydraulikrohre an die Kotflügelträger. Anschliessend lackierte ich die Reparaturstellen. Nach durchtrocknung der Farbe wurden die Kotflügel von mir patiniert, so dass sie gut zum Rest vom Traktor passen.

    Fortsetzung folgt….

    Freundliche Grüsse Daniel

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    #24168
    Roger WunderlinRoger Flagge Möhlin
    Teilnehmer

    Saline Daniel

    Tolle Arbeit habt ihr hier erledigt. Gratulation.
    Mein Vater besitzt fast den gleichen D100, der hat Jg. 1947.
    Ich habe auf deinen Bildern gesehen, daß deiner die Kupplung auch recht und das Gaspedal links hat.
    Kommst du gut zurecht beim Fahren. Ich finde es recht anspruchsvoll, fast gefährlich.

    Frage an die Profis. Wie kam es dazu, dass die Pedale umgedreht plaziert wurden? Bis welchem Jg. War das so?

    Wünsche allen eine schöne Woche
    LIEBER GRUSS
    ROGER

    #24169

    Hallo Daniel,

    Danke für den Restaurierungsbericht und die Fotos. Schön, dass du die Patina erhalten hast.

    Grüße, Frank

    #24189

    Hallo Roger

    Dieser D100 erreicht eine Hochstgeschwindigkeit von ca 22 km/h und ist nach meiner Meinung, mit angepasster Fahrweise noch gut beherrschbar mit dieser Pedalanordnung. Währe der Traktor schneller übersetzt würde ich das auch gefährlich finden.
    Hürlimann hat sich in den Anfängen der Traktorproduktion in manchen Details am Fordson Traktor orientiert. Von dort wurde vermutlich auch die Pedalanordnung übernommen und später sogar noch patentiert. Erst ab ca. 1950 wurden die Hürlimann Traktoren seriell mit der normalen Pedalanordnung gebaut.

    Gruss Daniel

    PS: Stell doch mal ein Foto von eurem D100 hier ins Forum

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